Formteile und Gleitelemente aus KS PERMAGLIDE® Werkstoffen

KS PERMAGLIDE® Gleitlager bestehen aus Metall-Kunststoff-Verbundwerkstoffen. Die Kombination aus Stahl, Buntmetallen und Polymeren ergibt Werkstoffe mit exzellenten tribologischen Eigenschaften. Die Mehrschichtverbundwerkstoffe erhalten durch den Stahlrücken eine hohe Steifigkeit und Zähigkeit sowie sehr gute Gleiteigenschaften und Verschleißfestigkeit durch die Gleitschichtstruktur aus Bronze und Polymeren.

Aus KS PERMAGLIDE® Werkstoffen werden auf Großserienanlagen als Vormaterial Bleche in Stärken von 0,5mm bis 3 mm hergestellt. Aus den Blechen können mit allen gängigen Blechbearbeitungsverfahren Gleitelemente aus KS PERMAGLIDE® in den unterschiedlichsten Formen hergestellt werden.

Zu den gängigen Bearbeitungsmöglichkeiten der KS PERMAGLIDE® Werkstoffe gehören

  • Schneiden von Zuschnitten z. B. mit einer Tafelschere
  • Bohren und Senken z.B. von Befestigungslöchern
  • Nibbeln oder Stanzen von Formteilen
  • Umformen durch Biegen, Kanten und Tiefziehen
  • Rollieren von Großbuchsen
  • Konturen durch Wasserstrahlschneiden oder Hochpräzisionsschnitt
  • Fräsen von Nuten und Aussparungen

Bei Motorservice erhalten Sie die unterschiedlichsten Sonderformen nach Ihrer Anforderung, z.B. die Bearbeitung von Formteilen. Die Bearbeitung erfolgt nach hohen Qualitätsstandards der Automobilindustrie mit Toleranzen nach DIN ISO 3547 oder präziser. Das Motorservice Vertriebsteam berät Sie gerne zu Auslegung, Werkstoffwahl und Qualität Ihrer Sonderformen.


Hinweise

Vorsicht beim Schneiden mit hohen Temperaturen!

Hohe Temperaturen verursachen Verbrennungen an den Schnittlächen. Die Verbrennungsrückstände können abrasiv wirken! Die Schnittlächen sind bei Bedarf sorgfältig zu reinigen.

Vorsicht beim Wasserstrahlschneiden!

Das Schneiden erfolgt stahlseitig um ein Unterspülen der Gleitschicht zu vermeiden.


Bearbeitung

  • Bearbeiten der Gleitschicht

    Die Gleitschicht von KS PERMAGLIDE® P22 und P202 haben eine Bearbeitungszugabe von etwa 0,15 mm. Diese lässt sich durch Drehen, Bohren oder Reiben bearbeiten, um:

    • kleinere Spieltoleranzen zu erreichen
    • Fluchtungsfehler auszugleichen

    Bewährt sind Drehen und Bohren mit:

    • trockenem Schnitt

    • Schnittgeschwindigkeiten zwischen 100 und 150 m/min

    • Vorschub von 0,05 mm/U

    • Spantiefe maximal 0,1 mm

    • Hartmetallwerkzeuge

    Achtung:

    • Bei Bearbeitungstemperaturen über 140 °C entsteht eine Gefährdung der Gesundheit.
    • P22-Späne enthalten Blei. Blei ist gesundheitsschädlich.
    • Es können Farbveränderungen der polymeren Gleitschicht durch energiereiche Strahlung z. B. UV-Licht auftreten. Um die Oberlächen zu schützen, sollte eine direkte Sonnen einstrahlung vermieden werden. 
    • Größerer Abtrag reduziert die Gebrauchsdauer.
    • Unsachgemäße Bearbeitung wirkt sich negativ auf die Gebrauchsdauer und die Tragfähigkeit aus.
    • Nach dem Bearbeiten sind Teile zu reinigen.
  • Bearbeiten der Lagerelemente
    • KS PERMAGLIDE® Gleitlager lassen sich sowohl spanend als auch spanlos bearbeiten (z. B. kürzen, biegen oder bohren).
    • KS PERMAGLIDE® Gleitlager sind vorzugsweise von der PTFE-Seite her zu trennen. Der Grat, der beim Trennen entsteht, stört an der Lauläche.
    • Danach sind die Lagerelemente zu reinigen.
    • Blanke Stahllächen (Schnittkanten) sind vor Korrosion zu schützen mit:
    • Öl oder
      • galvanischen Schutzschichten
      • Bei höheren Stromdichten oder längeren Beschichtungszeiten sind die Gleitschichten abzudecken, um Ablagerungen zu verhindern.

    Achtung

    Bearbeitungstemperaturen, die folgende Grenzwerte überschreiten, gefährden die Gesundheit:
    +280 °C bei KS PERMAGLIDE® P1
    +140 °C bei KS PERMAGLIDE® P2
    In Spänen kann Blei enthalten sein.

  • Kalibrieren der Lagerbohrung nach der Montage

    (gültig nur für P1-Gleitlager)

    Kalibrieren

    KS PERMAGLIDE® Gleitlager sind bei Lieferung einbaufertig und sollten nur dann kalibriert werden, wenn eine eingeengte Toleranz des Lagerspiels nicht anders zu erzielen ist.

    Achtung

    Kalibrieren verkürzt die Lebensdauer von KS PERMAGLIDE® Buchsen P1 deutlich.

    Die Abbildung zeigt das Kalibrieren mittels eines Dorns. Die Tabelle enthält Richtwerte für den Durchmesser des Kalibrierdorns dK. Genaue Werte sind nur durch Versuche zu ermitteln.

    Bessere Möglichkeiten

    Die Toleranz des Lagerspiels lässt sich durch folgende Maßnahmen verkleinern, die keine Verkürzung der Lebensdauer zur Folge haben:

    • engere Toleranzen der Gehäusebohrung
    • engere Toleranzen der Welle.

     

    1 Kalibrierdorn, Einsatzhärtungstiefe Eht > 0,6, HRC 56 bis 64

    2 KS PERMAGLIDE® Buchse P10

    3 Gehäuse

    B Buchsenbreite

    DiE Durchmesser der Buchse im eingepressten Zustand

    dK Durchmesser des Kalibrierdorns

    r Kante gerundet

    gewünschter Innendurchmesser der Buchse

    Durchmesser des Kalibrierdorns1) dK

    Lebensdauer2)

    DiE-

    100 % LN

    DiE +0.02

    DiE +0.06

    80 % LN

    DiE +0.03

    DiE +0.08

    60 % LN

    DiE +0.04

    DiE +0.10

    30 % LN

    Richtwerte für den Durchmesser des Kalibrierdorns und Reduzierung der Lebensdauer

     


    DiE Innendurchmesser der Buchse im eingepressten Zustand.
    1) Richtwert, bezogen auf Stahlgehäuse.
    2) Richtwert, bezogen auf Stahlgehäuse.

Kontakt

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Anwendungsbeispiele

Schauen Sie sich unsere Anwendungsbeispiele mit KS PERMAGLIDE® Gleitlagern an

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